Gut schlafen, gesund bleiben

Wie die Unterlage die Schlafqualität beeinflusst

Erholsamer Schlaf ist entscheidend für die körpereigenen Regulationsprozesse und eine stabile Imunabwehr. Um den idealen Voraussetzungen für einen gesunden Schlaf auf den Grund zu gehen, hat die Deutsche Stiftung für Schlafmedizin, Präventionen und Rehabilitation kürzlich eine Beobachtungsstudie mit dem Titel „Einfluss der Schlafunterlage auf die Schlafqualität“ durchgeführt.

Zwar scheint das Thema Schlaf ständig in aller Munde – ob in Bezug auf Matratzenangebote vom Discounter, Schlaf-Apps oder Schlafmittel. Dennoch sei in der Vergangenheit das Phänomen Schlaf nur unzureichend wissenschaftlich aufgearbeitet worden, bemängeln verschiedene Fachleute. Die zu ändern ist ein Anliegen der Deutschen Stiftung für Schlafmedizin, Prävention und Rehabilitation. Sie fördert seit anderthalb Jahren zunächst am Uniklinikum Münster und jetzt an der Medical Park Klinik Bad Feilnbach schwerpunktmäßig klinische Schlafstudien. „Jeder Mensch muss seinem genetisch festgelegten Schlafbedürfnis nachkommen“, erklärt der Geschäftsführer der Stiftung, Dr. Martin Balz. „Durch Ergebnisse aus der Schlafforschung konnten wir in den letzten Jahren für viele Gesellschaften, medizinische und berufliche Felder bedeutsame Ergebnisse zu Schlaferkrankungen erbringen“, führt er weiter aus.

Die Studie

Die aktuelle Multicenterstudie an vier Kliniken in Deutschland (LVA Klinik Bad Rothenfelde, Sportklinik Hellersen, Uniklinik Münster, Medical Park Klinik Bad Fellbach) soll eine Lücke schließen und mit ihren Ergebnissen dazu beitragen, dass eine Umstellung zur Verbesserung der Schlafqualität, also auch zur Vermeidung sämtlicher am Schlaf beteiligten sowie durch Schlafstörungen entstehenden Krankheiten, erfolgt. Mittel eines Fragebogens wurde untersucht, inwieweit die Schlafunterlage die Schlafqualität subjektiv beeinflusst. Darin wurden in 24 Fragen verschiedene Schlafparameter, wie zum Beispiel die persönliche Schlafqualität, die Dauer des Schlafes, die Unterlagenbeschaffenheit, das Alter der Probanden sowie deren  Körpergewicht und ihre Vorerkrankungen, eruiert. Außerdem wurde den Studienteilnehmern die sogenannte Epworth Schläfrigkeitsskala zur Beantwortung vorgelegt. Diese dient der Selbsteinschätzung der Schläfrigkeit.

Insgesamt war festzustellen, dass von 400 untersuchten Probanden aus vier Kollektiven rund ein Drittel gut bis sehr gut, rund ein Drittel mäßig bis gut und rund ein Drittel schlecht bis sehr schlecht schlafen. In der Analyse der Probanden sowie im Vergleich der drei beschriebenen Kohorten untereinander konnte nachgewiesen werden, dass die Schlafqualität abhängig von den untersuchten Schlafparametern ist. Das Liegegefühl sowie der Parameter Bett verändern sich signifikant von Kohorte 1 zu 3, indem eine Tendenz beim Liegegefühl bei der am häufigsten verwendeten Unterlage- Lattenrost mit getrennten Matratzen-zu fester feststellbar war. Zudem scheinen besonders vorerkrankte Personen davon zu profitieren, wenn die Schlafsysteme individuell auf die Probleme angepasst werden.

Quelle: Ortho Press® Ausgabe 3/2019

Gut schlafen, gesund bleiben was last modified: Oktober 11th, 2019 by Björn Nielsen